Ach… ein E-Book: Kooma

Nachdem ich einen großen Roman, Metro 2034, in der Mitte letzter Woche abgeschlossen hatte, überlegte ich mir, mit etwas anzufangen, was ich bis zum Wochenende gelesen haben würde. Es bot sich an, ein E-Book anzufangen. Einerseits, weil ich mein neues Tablet als Leseutensil testen wollte und mir die Kindle-Software installiert hatte, und andererseits, weil an dem Donnertag, an dem ich was Neues lesen wollte, ich zuvor am Schreibtisch arbeitete und zu faul war, mich von diesem Richtung Bücherregal zu bewegen, mein Tablet sich aber direkt vor mir auf dem Schreibtisch befand. Weg des geringsten Widerstands: Tablet an, Software gestartet und ein passendes, möglichst nicht zu langes E-Book ausgesucht. Geworden ist es „Kooma“ von Kerstin Sjöberg erschienen in der Selfpublisher-Plattform BookRix.

coverpic3dKerstin Sjöberg

Kooma

Verlag: BookRix

ISBN: 978-3-7396-8144-3

Ich habe eigentlich von dem Buch nicht viel erwartet und primär hat mich zunächst das Cover angesprochen. Zudem weckte mein Interesse, dass es sich bei der Geschichte um einen Finnland-(Kurz-)Krimi handelt. Kurz, weil es sich in der Standardeinstellung bei der Kindle-Software um weniger als 40 Seiten handelt. Romane dieser Art, also Krimis oder Thriller, mit skandinavischem Setting hatte ich bisher immer gerne gelesen. Wieso dann nicht etwas aus dem weniger kommerziellen Bereich lesen?

Zum Inhalt: Eine sich anbahnende Festnahme geht schief. Der von der Polizei Gesuchte widersetzt sich und trifft einen Polizisten so, dass dieser einen Abhang runterfällt und schwer verletzt liegen bleibt. Dessen Kollege, Hauptkommissar Antti Heikkinen, muss dem Vorfall tatenlos zusehen ohne jegliche Möglichkeit, es noch irgendwie abzuwenden. Der Täter kann fliehen und es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen ihm und der Polizei. (Inhalt dem Infotext entnommen)

Die Autorin schafft es, auf den wenigen Seiten eine relativ spannende Geschichte zu erzählen. Dem Platz geschuldet ist es, dass die Leser sich mitten im Geschehen vorfinden. Langatmige Vorstellungen zu Charakteren fehlen, was nicht allzu schlimm ist. Ebenfalls muss die Vorgeschichte, um welche ein größerer Roman entstehen könnte, in kleineren Fetzen im Verlauf nachgeschoben und von den Lesern erschlossen werden. Auch nicht so schlimm. Weswegen der Täter eigentlich gesucht wird, erfährt man, wenn auch dieses E-Book seine primären Verbrechen als Nebenstrang nebenher laufen lässt. Im Vordergrund steht dann doch das Spiel, das er der Polizei aufzwingt. Antti Heikkinen und seine Kollegen lassen sich auf das Spiel ein, um den Verbrecher seiner eigentlichen Taten zu überführen. Sie verlieren dennoch nicht den schwerverletzten Polizisten aus den Augen, denn auch dieser wird zum Teil des Spiels…

Sicherlich wirkt manches in diesem Buch aufgedrungen und möchte schnell erzählt werden, ohne sich in zu vielen Details zu verlieren. Vielleicht mag man daran auch bemängeln, dass Identifikationsmöglichkeiten mit den Charakteren abhanden kommen, da man zu wenig über sie erfährt. Es ist ein schnelllebiger Text, der leicht verständlich zu lesen ist und stellenweise durch Momente der Spannung glänzt. Es ist kein schlechtes Buch und auf den wenigen Seiten wird mit leichten Abstrichen eine interessante Geschichte erzählt. 3/5

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5 Kommentare zu „Ach… ein E-Book: Kooma“

        1. Sicherlich gibt es dort Sachen, die ich nicht lesen wollen würde. Hab mir das Programm dort auch nicht angeschaut. Dieses Exemplar war aber ein guter Griff, nicht nur, weil es kostenlos war. Übrigens wäre ich nicht abgeneigt, 99 Cent für eine Geschichte zu bezahlen, die mich in einer Leseprobe überzeugte. Man muss auch den Nachwuchs fördern, welcher nicht das Glück oder connections hat, bei einem Verlag unterzukommen. Letztlich gibt es auch im „kommerziellen“ Bereich Fehlgriffe. Man liest die ersten paar Seiten oder auch nur den Klappentext, ist von dem Gelesenen überzeugt, zahlt dann 10-20€, um letztlich dann doch festzustellen, dass es eine komplette Enttäuschung ist.

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          1. Da gebe ich dir recht. Ich wollte damit auch nicht kundtun, dass alles von BX schlecht sei. Ich weiß nur, dass da auch viel veröffentlicht wird, dass kaum bis gar nicht lektoriert oder anderweitig gegegelesen wurde. Und das merkt man dann halt.

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